Shanghai
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Shanghai: In China essen sie Hunde

Shanghai ist wesentlich lauter und hektischer als vergleichsweise Tokyo. Hier wird in der U-Bahn gedrängelt und auf den Straßen gehupt bis die Schwarte kracht. Es wird bei rot über die Straße gefahren und generell fährt jeder einfach wie er möchte. Aber im Vergleich zu anderen Städten Chinas, geht es hier wohl noch recht gesittet zu. Geschlafen habe ich dieses Mal im Mingtown Etour Youth Hostel.

Gerade als ich dachte, den ersten Abend in Shanghai alleine verbringen zu müssen, stellte sich mein japanischer Zimmergenosse, nach ein paar Bierchen an der Rezeption, als ausgesprochen gesprächig heraus. Die Runde vergrößerte sich schlagartig um einen weiteren Japaner und einen Chinesen. So plauderten wir stark angeheitert über die kulturellen Unterschiede zwischen Japan, China und Taiwan und ich erfuhr einiges über die historischen Hintergründe. Es sind genau diese Momente, die ich am Reisen so liebe. Wie immer habe ich meine Pflicht erfüllt und die Runde darüber aufgeklärt, dass nicht alle Deutschen Sauerkraut zum Frühstück essen und in Lederhose zur Arbeit gehen…

Die darauffolgenden Tage wurde jeden Abend mit einer stetig wachsenden Gruppe aus unterschiedlichen Nationen kräftig gefeiert. Es verschlug uns zwei Mal in den Club 7th Floor, ins M18 direkt am Bund und ins Mook. Das Interessante am Nachtleben in Shanghai ist, dass sich die chinesischen Clubbesitzer gerne damit brüsten, Europäer bzw. Nicht-Asiaten in ihrem Club zu haben. Kurz gesagt: Sucht euch einen guten Party-Promoter und lasst den einfach alles für euch regeln. Ich musste in allen 4 Nächten nicht einen einzigen Drink, noch den Eintritt bezahlen und wir hatten immer einen Tisch bzw. Sitzecke für uns allein. Für eine gute Geburtstagsparty in einem der besten Clubs war also gesorgt.
Ich kenne zwei gute Promoter, deren Handynummer ich auf Anfrage herausgebe. Als Messenger benutzen die Chinesen (oder nur die Shanghaianer?) die App WeChat. Whatsapp benutzt hier kaum jemand.

In China sind viele Webseiten, wie z.B. Google, Youtube und Facebook, von der Regierung gesperrt worden. Um diese Sperre zu umgehen, kann man sich über ein VPN zu einem anderen Server verbinden und somit den eigenen Internetverkehr an der Firewall vorbeileiten. Für alle iPhone-Looser, äh User, empfehle ich die App Onavo Protect. Installieren, starten, fertig. Ob es die App auch für Android gibt, entzieht sich meinen Kentnissen.
Achtung: Der Google Playstore ist ebenfalls gesperrt.

Zu sehen gibt es in Shanghai natürlich auch Einiges. Mein Hostel lag wieder einmal mitten im Zentrum der Stadt, am Peoples Square Park. Von dort kann man innerhalb weniger Minuten die längste Einkaufsstraße der Welt erreichen. Die Nanjing Lu erstreckt sich über mehrere Kilometer und endet an der Uferpromenade „Bund“. Von hier aus kann man den weltberühmten Ausblick auf die Pudong-Skyline am Huangpu-Fluss genießen. Wirklich atemberaubend. Anschließend kann man den Huangpu-Fluss mit einer Tunnelfahrt voller Lichteffekte durchqueren. Ein echtes Hightlight sag ich euch 😉 Auf der anderen Seite im Stadtteil Pudong angekommen, haben wir uns für den World Finance Center als Aussichtsplattform entschieden. Diese befindet sich in einer Höhe von 452 Metern und ist damit die zweithöchste der Welt. Gerade der Skywalk ist nichts für schwache Nerven. Die französische Konzession und die Altstadt wurden in einer stürmischen Nacht- und Nebelaktion ebenfalls besucht.

Gegessen habe ich oftmals an den Straßenküchen. Hier gibt es alles von Hund bis zur Schildkröte und man kann sich für wenig Geld wirklich satt essen.

Die Teehaus-Abzocke

Machen wir es kurz. Ja, ich bin drauf reingefallen. Ich wurde im Park von einer netten „Familie“ angesprochen und sie baten mich, ein Foto von ihnen vor einem Blumenbeet zu machen. Und so kamen wir dann ins Gespräch. Sie erzählten mir, dass sie gerne ihre Englischkenntnisse verbessern möchten und ob ich nicht Lust hätte, mit ihnen an einer traditionellen Teeverkostung teilzunehmen. Es mag an der zuvor durchfeierten Nacht liegen, an der Reisemüdigkeit oder vielleicht auch auch daran, dass zuvor in Tokyo und Seoul alle Menschen sehr nett zu mir waren und ich oftmals tolle spontane Dinge miterleben durfte. Auf jeden Fall ging ich mit ihnen mit. Wir probierten 6 verschiedene Teesorten und am Ende kam dann die Rechnung: 120 Euro für ein paar Tropfen Tee. Ich hatte keine andere Wahl und musste zahlen. Nächstes Mal weiß ich es besser und es hätte durchaus schlimmer enden können.

Leider reiht sich dieses Ereignis ganz gut in so manch anderen Eindruck der Stadt ein. In Shanghai werden einem in den Fußgängerzonen als Europäer durchgängig Massagen, Drogen und Sonstiges angeboten und von Hilfsbereitschaft fehlt leider oftmals jede Spur. Vielleicht von der Mentalität her nicht immer ganz mein Fall, aber in Summe hat sich der Besuch der Stadt auf jeden Fall gelohnt und ich habe wieder sehr viel erlebt und wie immer eine gute Zeit mit netten Leuten gehabt.

Bucketlist

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  • Mit einem Japaner in China ein Bier trinken
  • Auf eine Straßenabzocke hereinfallen
  • Am Bund feiern gehen
  • Barfuss in der Nacht über die Nanjing Road spazieren gehen…

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In Kategorie: China, Reisen, Weltreise 2014/2015

Über den Autor

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Hi, ich heiße Moritz und komme aus Hamburg. Ich habe jahrelang als Webentwickler und Online-Projektleiter gearbeitet, bis es an der Zeit für eine Weltreise war. Ich freue mich über Feedback und versuche euch mit diesem Reiseblog über meine Reise nach Asien, Südostasien, Australien und Neuseeland auf dem Laufenden zu halten.

Viel Spaß beim Lesen!

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